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Seminarbericht FÖJ im Sport Barnstorf 2014

15.05.2014 | Bereich: News

Vom 07. - 11. April 2014 fand das vierte Seminar der Seminargruppe FÖJ im Sport 2013/2014 unter dem Thema Konsum in Barnstorf statt.
Das Besondere an diesem Seminar war, dass wir uns eigenständig verpflegen mussten - und zwar vegan.

Nach der Anreise und dem Belegen der Zimmer oder auch der Zirkuswagen, stand das Einkaufen auf dem Tagesplan. Nach einer etwas langwierigen Diskussion über die beste Vorgehensweise beim Einkauf, kamen wir endlich zu dem Entschluss in einzelnen Kochgruppen einzukaufen. Mit mehreren Bollerwagen machten wir uns auf den Weg zum Supermarkt. Die größte Schwierigkeit war es, genau darauf zu achten nur bio- und vegan-Produkte in den Einkaufswagen zu legen. Der Bioladen nebenan wurde leider von vielen Kochgruppen als Blumenladen wahrgenommen und deshalb kaum besucht.
Insgesamt gestaltete sich der Einkauf aber ziemlich schnell und problemlos, sodass wir am Abend aufgrund der guten Wetterlage sogar noch Zeit hatten, eine Sporteinheit einzulegen.
Fabian hatte sich dafür eine Runde Joggen mit mehreren Stopps, wie zum Beispiel einem Vertrauenslauf, einem Sprint oder auch "Treppensteigen" mit anschließendem Puls messen ausgedacht.
Als wir wieder in dem Tagungshaus angekommen waren, haben wir noch eine kurze Berichterstattung über unsere Einsatzstellen gemacht.
 
Am Dienstag stand der Wildnistag mit dem Referenten Jörg auf dem Programm. Aufgrund von strömendem Regen war die Begeisterung anfangs eher gering. Nach einer kleinen Vorstellungsrunde ging es raus in den naheliegenden Wald. Hier erzählte uns Jörg eine Geschichte zum Thema Survival: Zwei Bäume stürzten im dunklen Wald vor unser Auto und einer unserer Mitfahrer war am Bein verletzt - keine Chance heute noch von hier zu entkommen.
Unsere Aufgabe war es eine Trage zu bauen und den Verletzten in Sicherheit zu bringen, am besten in einen Fichtenwald. Nachdem wir dies geschafft hatten, sollten wir eine kleine Hütte für die Nacht bauen, damit wir die Kälte überleben. Um eine gute Behausung zu erschaffen, mussten wir einen langen Ast in eine Baumgabel stellen und ganz eng an beiden Seiten Stöcker aneinander stellen, sodass sich eine dreiecksförmige Hütte bildete. Die Stöcker mussten wir noch dick mit Laub bepacken, damit die Hütte gut isoliert ist und vor Kälte schützt.
Als wir alle mit dem Bau fertig waren, gingen wir zurück in unser Tagungshaus, wo die Kochgruppe schon Gemüsesticks, Nudeln mit Pesto und ein Apfelcrumble für uns zubereitet hatte. Nach der Mittagspause wurde das Wetter noch schlechter - deshalb mussten einige Seminarteilnehmer mit Jörg in den Wald gehen und Planen aufhängen, um uns ein angenehmes, trockenes Weiterarbeiten zu ermöglichen.
Die nächste Aufgabe war das Filtern von Wasser durch verschiedene Kohle-, Moos- und Sandschichten und anschließend der Versuch Feuer zu machen - was sich als gar nicht so schwierig herausstellte wie gedacht.
Zum Schluss erzählte uns der Referent noch einiges über indigene Völker. Nun sind wir alle für den Extremfall in der Wildnis gewappnet.
Am Abend haben wir noch den Film China Blue zum Thema Textilproduktion geschaut.
 
Mittwoch schien schon beim Aufwachen die Sonne durchs Fenster, wodurch Meike und Fabian eine Planänderung vornahmen und uns jetzt schon zum Geocaching schickten. Die meisten Gruppen hatten dabei auch Erfolg und waren sehr begeistert. Eine Gruppe, welche mehrere Geocaches finden musste, um ans Ziel zu erlangen, blieb jedoch leider ohne einen Fund.
Wieder angekommen am Tagungshaus, begrüßten uns schon Burkhard und Jens. Nach einer kurzen Befragung zum Stand in unseren Einsatzstellen, wurde uns von den Zeugnissen, die wir von unserer Einsatzstelle über das FÖJ im Sport am Ende des Jahres bekommen werden, berichtet. Außerdem wurde uns mitgeteilt, dass wir die Möglichkeit haben, der Einsatzstelle bei der Erstellung des Zeugnisses zu helfen bzw. mitzuwirken.
Da das nächste Seminar für viele per Bahn schlecht zu erreichen ist, haben wir mit Burkhard und Jens einen Plan für die Fahrgemeinschaften nach Mirow aufgestellt.
Anschließend standen die beiden wie immer für Einzelgespräche zur Verfügung.
Nachmittags hat Fabian einen Vortrag zum Thema Trendsportarten gehalten - wir durften uns einige Trendsportarten aussuchen, die wir auf unserem letzten Seminar ausprobieren möchten.
Dieses Mal gab es erst abends eine warme Mahlzeit. Die Kochgruppe hatte Falafel mit Teigtaschen und Salat zubereitet und zum Nachtisch gab es ein Himbeersorbee - natürlich war auch bei diesem Essen alles vegan.
Der letzte Tagespunkt war das T-Shirt bedrucken mit Fred und Henner. Die beiden gaben uns einen kurzen Einblick in die Welt des DIY. Nachdem jeder sein Motiv gefunden hatte, fingen wir an, diese mit einem Skalpell auszuschneiden, was sich als nicht ganz so einfach gestaltete, da man sehr genau schneiden und Brücken bauen musste. Zuletzt musste man die Folie nur noch auf die T-Shirts legen und die Farbe mit einem Schwamm darauf tupfen. Einige Teilnehmer fanden das bedrucken so toll, dass sie noch bis in die späten Abendstunden daran saßen.
 
Donnerstagmorgen stand ein Simulationsspiel zur IT-Produktion auf dem Plan. Nachdem Maike uns einen kurzen Vortrag über die Arbeitsstandards in China und Deutschland gehalten hat, bekam jeder FÖJ-ler eine Rolle zugeteilt. Entweder war man Angestellter oder Chef in einer chinesischen oder deutschen Firma oder beim Arbeitsamt bzw. arbeitslos. Das Geld war durch Mandeln dargestellt. Die Chefs mussten durch Mandeln ihre Ware einkaufen, die Arbeiter bezahlen und Steuern abgeben. Während die Deutschen viel Geld bekamen und Pausen hatten, mussten die Chinesischen Arbeiter bei schlechter Bezahlung durcharbeiten. Die Arbeit wurde durch das Ausschneiden von Laptops und Handys dargestellt. Aufgrund des Simulationsspiels wurden die verschiedenen Arbeitsstandards sehr deutlich herausgestellt.
Zum Essen gab es eine asiatische Nudelpfanne mit Pancakes zum Nachtisch.
Am Nachmittag wollten wir eigentlich mit dem Fahrrad zu einem Schweinemastbetrieb fahren, da das Wetter aber nicht mitspielte, wurden wir mit dem Auto dorthin gefahren.
Als wir angekommen waren, mussten wir zuerst eine Schutzkleidung anlegen, damit wir keine Viren in den Stall bringen. Der Landwirt zeigte uns die verschiedenen Ställe im Betrieb, und zwar die einzelnen Boxen wo die Sauen künstlich befruchtet werden, ihre Ferkel bekommen und den "Auslauf" in der Zwischenzeit. Der Betrieb war schon auf dem neusten Stand und man hat gemerkt, dass der Landwirt versucht, es den Tieren so angenehm wie möglich zu machen.
Man muss aber trotzdem sagen, dass die Boxen sehr eng sind und die Sau kaum Bewegungsfreiraum hat. Die Zustände sind nicht sehr tierfreundlich. Wenn man bedenkt, dass die Sau immer wieder nur die Stadien zwischen befruchtet werden, trächtig sein, Ferkel werfen und Ferkel ernähren durchlebt, ist dies schon sehr erschreckend.
Der Landwirt hat jedoch zugegeben, dass das Kaufverhalten der Konsumenten daran schuld ist und er lieber einen Bio-Betrieb führen würde, wenn er durch eine geringere Anzahl von Schweinen und die Umrüstung auf Freiland genauso viel Geld erwirtschaften würde.
Am Abschlussabend haben wir einen Film über ein paar verrückte, französische Trendsportler geguckt.
 
Am Freitag standen dann nur noch die Auswertung des Seminares und das Säubern des Tagungshauses auf dem Plan. Die restlichen Lebensmittel wurden auf die Seminargruppe aufgeteilt.

Alexander Wäschenbach und Sarah Hoyer

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